Um lange Wartezeiten und Gedränge im Klettersteig zu umgehen, sind wir schon um halb acht von Hindelang zum Einstieg des Salewaklettersteiges los marschiert. Zu dieser frühen Stunde war der Gipfel samt Klettersteig noch von Wolken verhüllt. Insgesamt 9 Personen, zwei ganz ohne und zwei mit wenig Kletterstiegerfahrung. Nach gut einer Stunde und lange bevor die Menschenmenge von der Bahn kommt, war es soweit. Es folgte erst eine Einweisung in die Sicherheitsausrüstung- und technik. Allen Teilnehmern

wurde bewusst gemacht, wie wichtig das richtige Sichern im Kletterstig ist. Einen Sturz zu vermeiden, ist oberste Priorität. Jeder Teilnehmer ist eigenverantwortlich für seine Sicherung, die wir Tourenleiter nicht ständig kontrollieren können. Nur für einen Notfall haben die Tourenleiter ein Seil dabei.

Der Einstig des Klettersteiges geht erstmal ein Stück bergab, das schon die erste Schwierigkeit beinhaltet. Konzentriert und schön langsam arbeiteten wir uns den Klettersteig hoch. Man konnte die Herausforderung buchstäblich an den Gesichtern der Neulinge ablesen. Dazu kommt, dass das Gelände steil nach unten abfällt, auch dies kostete eine gewisse Überwindung. Aber mit der Zeit wurde es immer besser. An einer geeigneten Stelle machten wir dann eine Trinkpause. Bis hierhin war die Schwierigkeit in A/B Bereich, nach der Pause kamen wir an Bergführerplatte mit Schwierigkeit C. Diese Stelle kostete den Teilnehmern schon einiges an Anstrengung und totaler Einsatz. Zum Gipfel und auch zum Ausstieg war es jetzt nicht mehr weit. Sichtlich erschöpft, aber mächtig stolz erreichten wir den Gipfel vom Iseler.

Nach einer kleinen Pause haben wir uns alle enschieden, den zweiten Teil des Klettersteiges noch zu machen. Nach insgesamt 3.50 Std. standen wir zum zweiten Mal am Gipfel. Wir konnten dann ganz lässig den Abstieg zur Gundalpe machen und Einkehren. Unglaublich, als wir die Menschenmassen im Klettersteig sahen. Das frühe Austehen hat sich doch wieder gelohnt.

Günther Scholze
Armin Ludwig