Fünf Tage lang ist eine Gruppe von 16 Mitgliedern der Sektion Isny des Deutschen Alpenvereins den TMB Schildern gefolgt, nicht auf den Mont Blanc sondern um den höchsten Berg der Alpen.
Nachdem vor zwei Jahren eine DAV-Gruppe den südlichen Teil des Mont Blanc Massives umrundet hat, war jetzt der nordöstliche Teil das Ziel. Ausgangspunkt war der Col Forclaz oberhalb Martigny. Von dort wanderten die je acht Frauen und Männer in Tagesetappen von sechs bis sieben Stunden mit vier Übernachtungen in zwei schweizer und zwei italienischen Hütten nach Courmayeur dem italienischen Bergsportort.
Am ersten Tag nach 5 Stunden Anfahrt gings durch Wald und Almweiden hinauf, immer wieder mit Tiefblick ins Rhonetal und nach Martigny, über den Höhenrücken Fontaine hinab nach Champex und nochmals hoch zur Hütte Relais d´Arpette. Aufstieg 900 m, Abstieg 800 m, 6 Stunden.


Der zweite Tag begann mit einem Abstieg entlang einem Bergbach und einer Bisse, das sind Bewässerungssysteme, hinab nach Champex-Lac, am See entlang und weiter abwärts noch Issert vorbei an vielen Tierfiguren aus Holz. Nach einer Kaffepause und Busfahrt durch das schöne Tal lag noch der Aufstieg von La Fouly bis zur Alpage de la Peule vor uns. Die Walliser Kampfkühe schauten uns gelangweilt zu, weiter oben säumten viele Purpurenziane unsern Pfad. Auf der einfachen urigen Alpe ließ sich das Wanderleben genießen. Aufstieg 800 m, Abstieg 600 m, 6 Stunden.

Am dritten Tag, ein herrlicher Morgen und der Aufstieg über Almweiden zum Pass Grand Col Ferret auf 2.537 m war wunderschön. Die Sportlichen machten noch einen Abstecher auf den Tete de Ferret auf 2714 m mit grandiosem Blick zu den Südwänden des Mont Blanc Massivs und der Grande Jorasse, bevors weiterging ins Italienische Val Ferret zur Rifugio Elena. Unterwegs fanden wir einen schönen Brotzeitplatz inmitten einem Meer von Weidenröschen. Nach der Kaffeepause kam noch der kurze Abstieg nach Arnuva und der Aufstieg und Höhenweg zum Quartier Rifugio Bonatti. Die Wiese voll mit zirpenden Grashüpfern, aber keine Schlangen. Die Freude über den günstigen italienischen Wein (in der Schweiz sauteuer) war ein paar Mitwanderern mit der Zeit zu Kopf gestiegen. Aufstieg und Abstieg 1000 m, 7 Stunden.

Am vierten Tag gings weiter hoch über dem Val Ferret hinauf zum Pass Col d´entre deux Sauts auf 2.524 m und den Testa auf 2729 m. Herrliche Blicke über Nebelschwaden zu Mont Blanc und Grande Jorasse und viele Edelweiß belohnten uns für den Aufstieg. Weiter wanderten wir durch das Kar von Tsa de Secheron wieder hoch auf den Testa Bernarda und den langen Höhenrücken Richtung Rifugio Bertone, eine einfache Hütte. Kaum an der Hütte angekommen, schon erwartete uns ein kräftiger Regenschauer mit Gewitter. Aufstieg und Abstieg 1000 m, 6,5 Stunden.

Der letzte Tag begann mit dem Abstieg nach Courmayeur zum schon wartenden Bus nach Chamonix. Dort gleich weiter mit der Gondelbahn hinauf nach Planpraz mit herrlicher Sicht auf die ganze Mont Blanc Gruppe und den riesigen Gletschern. Nach Kaffee und Fototermin wanderten wir auf dem Grand Balcon Sud, also dem großen Südbalkon mit wunderbarer Aussicht auf das ganze Massiv bis zur Flegere Hütte. Hier kann man die Tour ausklingen lassen. Die Bahn brachte uns nach unten und der Bus zu unseren Autos. Aufstieg 200 m, Abstieg 1000 m, 6 Stunden.

Tourenleiter Uli Endras
Zweiter Tourenleiter Franz Halder